Wie Uli und ihre zwei Bengalen den Weg aus dem Kreislauf gefunden haben, nachdem bereits alles andere gescheitert war.
Uli hat zwei Bengalen. Beide erwachsen, beide mit klaren Persönlichkeiten. Der eine selbstsicher, direkt, wusste genau was er wollte. Der andere etwas zurückhaltender, wich öfter aus, wirkte angespannt. Und dazwischen: fast zwei Jahre lang keine einzige Begegnung ohne Kampf und Geschrei.
Der selbstsichere Kater hat den anderen regelmäßig vom Grundstück gejagt. Dazu kam Markieren, drei bis fünf Mal täglich. Uli hatte bereits Kurse bei anderen Katzentrainerinnen gemacht, eine Katzenpsychologin dagehabt. Alles ohne dauerhaften Erfolg. Sie war häufig kurz davor, sich von einem oder beiden Katern zu trennen.
Bevor wir irgendetwas verändert haben, haben wir uns erst mal angeschaut, was überhaupt los ist. Nicht nur das Verhalten der Katzen, sondern das gesamte System.
Dabei sind Dinge aufgetaucht, die auf den ersten Blick nichts mit dem Konflikt zu tun hatten. Einer der Kater hatte eine Augenverletzung. Beide hatten Struvitsteine. Als Katzenernährungsberaterin hab ich mir mit Uli gemeinsam angeschaut, was sich am Futter verändern lässt. Denn ein Körper der belastet ist, ist ein Nervensystem das schneller kippt.
Und dann war da noch Uli selbst. Sie war so besorgt, dass sie die Katzen ständig beobachtet hat. Jede Begegnung, jeden Blick, jede Bewegung. Das haben die Katzen gespürt. Ihre Anspannung war Teil des Systems, auch wenn sie das nicht wusste.
Was Ulis Geschichte so gut zeigt, ist wie das STRIVE-System in der Realität aussieht. Nicht als Theorie, sondern Stufe für Stufe im echten Alltag.
Das große Ganze sehen: Mensch, Katze, Gesundheit, Umfeld, Dynamiken.
Die Welt aus Katzensicht verstehen. Reizschwellen erkennen. Bedürfnisse einordnen. Zusammenhänge sehen, bevor man handelt.
Die Umgebung so aufstellen, dass Erfolg möglich wird.
Verhalten Schritt für Schritt aufbauen. Beobachten. Anpassen. Weitergehen.
Ohne Bestechung und ohne Druck.
Training wird Alltag. Sicherheit wird Routine. Stabilität wird selbstverständlich.
Uli hat mir ein Video geschickt: Die beiden Bengalen fixieren sich. Die Stimmung ist aufgeladen, es könnte jeden Moment losgehen. Ulis Reaktion: Leckerli hinhalten um abzulenken.
Was gut gemeint war, hat das Problem verstärkt. Die Katze hat in diesem Moment gelernt: Fixieren lohnt sich. Es gibt Leckerli.
Was wir stattdessen gemacht haben: Die Belohnung kam nicht mehr für das Fixieren, sondern für ein klares Verhalten das zur Deeskalation führt. Einen einfachen Trick, den die Katze bereits kannte. Dadurch haben wir die Distanz erhöht, den Blick abgewendet, und die Situation aufgelöst, bevor sie eskalieren konnte.
Die beiden Bengalen geben sich heute Nasenküsschen. Sie spielen miteinander. Das Markieren ist von drei bis fünf Mal täglich auf maximal einmal alle sechs Wochen zurückgegangen.
Im 0-Euro-Katzensystemcheck höre ich mir gerne deine Situation mit deinen Katzen an. Dann können wir gemeinsam schauen, was dir helfen wird.
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