Kundengeschichte

Fast zwei Jahre Streit.
Dann Nasenküsschen.

Wie Uli und ihre zwei Bengalen den Weg aus dem Kreislauf gefunden haben, nachdem bereits alles andere gescheitert war.

Wo alles anfing

Uli hat zwei Bengalen. Beide erwachsen, beide mit klaren Persönlichkeiten. Der eine selbstsicher, direkt, wusste genau was er wollte. Der andere etwas zurückhaltender, wich öfter aus, wirkte angespannt. Und dazwischen: fast zwei Jahre lang keine einzige Begegnung ohne Kampf und Geschrei.

Der selbstsichere Kater hat den anderen regelmäßig vom Grundstück gejagt. Dazu kam Markieren, drei bis fünf Mal täglich. Uli hatte bereits Kurse bei anderen Katzentrainerinnen gemacht, eine Katzenpsychologin dagehabt. Alles ohne dauerhaften Erfolg. Sie war häufig kurz davor, sich von einem oder beiden Katern zu trennen.

Zwei Bengalen fixieren sich vor einem Kampf
Ressourcenverteidigung des Schlafplatzes – kurz vor einem Kampf
Zwei Bengalen entspannt nebeneinander
Derselbe Schlafplatz – diesmal mit freundlicher Spielaufforderung
~2
Jahre Streit bei fast jeder Begegnung
3–5×
täglich Markieren vor der Zusammenarbeit

Was wirklich dahintersteckte

Bevor wir irgendetwas verändert haben, haben wir uns erst mal angeschaut, was überhaupt los ist. Nicht nur das Verhalten der Katzen, sondern das gesamte System.

Dabei sind Dinge aufgetaucht, die auf den ersten Blick nichts mit dem Konflikt zu tun hatten. Einer der Kater hatte eine Augenverletzung. Beide hatten Struvitsteine. Als Katzenernährungsberaterin hab ich mir mit Uli gemeinsam angeschaut, was sich am Futter verändern lässt. Denn ein Körper der belastet ist, ist ein Nervensystem das schneller kippt.

Und dann war da noch Uli selbst. Sie war so besorgt, dass sie die Katzen ständig beobachtet hat. Jede Begegnung, jeden Blick, jede Bewegung. Das haben die Katzen gespürt. Ihre Anspannung war Teil des Systems, auch wenn sie das nicht wusste.

Kater in der Transportbox auf dem Weg zum Tierarzt
Auf dem Weg zum Tierarzt – gesundheitliche Themen gehören beim STRIVE-System dazu

Wie wir vorgegangen sind: STRIVE in der Praxis

Was Ulis Geschichte so gut zeigt, ist wie das STRIVE-System in der Realität aussieht. Nicht als Theorie, sondern Stufe für Stufe im echten Alltag.

S

Stufe 1

System verstehen

Das große Ganze sehen: Mensch, Katze, Gesundheit, Umfeld, Dynamiken.

Bei Uli: Augenverletzung, Struvitsteine, Ernährung, Wohnungssituation, Ressourcen – und Ulis eigene Anspannung als Teil des Systems. Bevor wir irgendetwas verändert haben, haben wir alles davon angeschaut.
T

Stufe 2

Transfer leisten

Die Welt aus Katzensicht verstehen. Reizschwellen erkennen. Bedürfnisse einordnen. Zusammenhänge sehen, bevor man handelt.

Bei Uli: Das war der größte Aha-Moment. Plötzlich ergab Katzenverhalten eine eigene schlüssige Logik. Was vorher willkürlich wirkte, hatte auf einmal einen Grund. Sie hat angefangen zu verstehen, was die Katzen brauchen – und was zu viel für sie ist.
R

Stufe 3

Rahmenbedingungen richten

Die Umgebung so aufstellen, dass Erfolg möglich wird.

Bei Uli: Nicht nur im Außen, also Ressourcen, Rückzugsorte, Fütterungssituation. Sondern auch im Inneren. Uli hat verstanden, welches Handeln von ihr welche Konsequenz hat. Was löst ihre Anspannung bei den Katzen aus? Was passiert wenn sie eingreift? Dieses Verstehen hat ihr Verhalten verändert, ohne dass sie es erzwingen musste.
I

Stufe 4

Iterativ entwickeln

Verhalten Schritt für Schritt aufbauen. Beobachten. Anpassen. Weitergehen.

Bei Uli: Videos schicken, gemeinsam auswerten, anpassen. Nicht alles auf einmal, sondern ein Schritt nach dem anderen. Genau dabei ist auch das Leckerli-Moment aufgefallen.
V

Stufe 5

Verhalten trainieren

Ohne Bestechung und ohne Druck.

Bei Uli: Das Leckerli fürs Fixieren wurde umgebaut. Die Belohnung kam jetzt für ein klares Verhalten das zur Deeskalation führt. Beschwichtigungssignale wurden belohnt und verstärkt. Die Katzen haben gelernt, anders miteinander umzugehen – weil es sich gelohnt hat.
E

Stufe 6

Eingliedern & stabilisieren

Training wird Alltag. Sicherheit wird Routine. Stabilität wird selbstverständlich.

Bei Uli: Nasenküsschen. Gemeinsames Spielen. Markieren von 3–5 Mal täglich auf einmal alle sechs Wochen. Und Uli, die daneben steht ohne den Atem anzuhalten.
Ein konkretes Beispiel aus Stufe V

Das Leckerli, das alles schlimmer gemacht hat

Uli hat mir ein Video geschickt: Die beiden Bengalen fixieren sich. Die Stimmung ist aufgeladen, es könnte jeden Moment losgehen. Ulis Reaktion: Leckerli hinhalten um abzulenken.

Was gut gemeint war, hat das Problem verstärkt. Die Katze hat in diesem Moment gelernt: Fixieren lohnt sich. Es gibt Leckerli.

Was wir stattdessen gemacht haben: Die Belohnung kam nicht mehr für das Fixieren, sondern für ein klares Verhalten das zur Deeskalation führt. Einen einfachen Trick, den die Katze bereits kannte. Dadurch haben wir die Distanz erhöht, den Blick abgewendet, und die Situation aufgelöst, bevor sie eskalieren konnte.

Wo Uli heute steht

Die beiden Bengalen geben sich heute Nasenküsschen. Sie spielen miteinander. Das Markieren ist von drei bis fünf Mal täglich auf maximal einmal alle sechs Wochen zurückgegangen.

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Nasenküsschen und gemeinsames Spielen
Markieren alle 6 Wochen statt täglich
Zwei Bengalen geben sich ein Nasenküsschen
Auf der Mülltonne – Nasenküsschen statt Kampf
„Insgesamt hat sich mein Blick auf das Problem komplett verändert – weg vom Wie bekomme ich das weg? hin zu Wie kann ich es verstehen? Dadurch kommt das richtige Handeln fast wie von selbst und fühlt sich viel logischer und besser an. Es hat sich also alles geändert, es war die Hölle und ich war häufig kurz davor, mich von einem oder beiden Katern zu trennen. Jetzt kann ich mein Glück kaum fassen. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass sich unser Zusammenleben jemals wieder so entspannt." – Uli, Halterin von zwei Bengalen

Erkennst du dich in Ulis Geschichte wieder?

Im 0-Euro-Katzensystemcheck höre ich mir gerne deine Situation mit deinen Katzen an. Dann können wir gemeinsam schauen, was dir helfen wird.

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