Nicht laut.
Nicht dramatisch.
Ein kurzes, klares Geräusch aus dem Nebenraum.
Und zack –
dein Körper ist schneller als dein Kopf.
Du spannst dich an.
Du hebst den Blick.
Du bist innerlich schon unterwegs.
„Nicht schon wieder.“
„Hoffentlich kippt das jetzt nicht.“
„Ich muss mal kurz gucken.“
Du gehst los.
Nicht panisch.
Aber aufmerksam. Wach. Bereit.
Und genau hier beginnt die eigentliche Geschichte.
Was wir in diesen Momenten fast nie sehen 👀
Von außen sieht es banal aus.
Eine Katze sitzt.
Die andere geht vorbei.
Ein Blick.
Ein Fauchen.
Und oft… passiert danach: nichts.
Keine Jagd.
Kein Angriff.
Kein Drama.
Aber in dir ist längst alles hochgefahren.
Dein Nervensystem hat entschieden:
👉 Gefahr. Aufmerksamkeit. Kontrolle.
Nicht, weil du hysterisch bist.
Sondern weil du gelernt hast,
dass solche Momente früher schon eskaliert sind.
Dein Körper erinnert sich schneller als dein Verstand.
Mini-Pause zum Mitnehmen 🧠
Wenn deine Katzen fauchen, frag dich einmal ganz ruhig:
„Was ist gerade wirklich passiert –
und was davon spielt sich nur in meinem Kopf ab?“
Nicht bewerten.
Nicht lösen.
Nur unterscheiden.
Das allein verändert schon die Dynamik.
Fauchen ist nicht gleich Streit 😼
Das ist einer der größten Denkfehler im Mehrkatzenhaushalt.
Wir hören Fauchen
und übersetzen es sofort mit:
- Aggression
- Ablehnung
- Eskalation
- „Das wird jetzt schlimm“
Für Katzen bedeutet Fauchen oft etwas ganz anderes:
„Stopp.“
„Zu nah.“
„Das war mir gerade zu viel.“
„Bitte Abstand.“
Kurz. Klar. Deutlich.
Und manchmal ist Fauchen genau das,
was verhindert, dass es körperlich wird.
Mini-To-do 📝
Beobachte beim nächsten Fauchen drei Dinge:
- Geht eine Katze zurück?
- Wird Abstand hergestellt?
- Löst sich die Situation von selbst?
Wenn ja,
dann war das kein Streit.
Dann war das Kommunikation.
Der eigentliche Stress sitzt oft nicht bei den Katzen
Sondern auf zwei Beinen.
Viele Situationen kippen nicht,
weil Katzen „immer schlimmer werden“.
Sondern weil wir innerlich immer früher eingreifen.
Weil wir:
- schneller gehen
- lauter atmen
- angespannter schauen
- präsenter werden
Und Katzen merken das.
Sofort.
Nicht, weil sie uns manipulieren.
Sondern weil sie unglaublich fein lesen,
wie sicher oder unsicher der Raum gerade ist.
Mini-To-do 🧍♀️
Wenn deine Katzen fauchen, bleib – wenn möglich – einen Moment sitzen.
Nicht aus Prinzip.
Nicht aus Sturheit.
Sondern um zu prüfen:
„Braucht diese Situation wirklich mich –
oder halte ich sie gerade nur für gefährlicher, als sie ist?“
Und dann gibt es diese anderen Situationen…
Die, wo du nicht entspannt sitzen bleiben kannst.
Wo du weißt:
„Das ist mehr als nur Kommunikation.“
Vielleicht leben deine Katzen deshalb gerade getrennt.
Mit Türen.
Mit Gittern.
Mit Zeiten.
Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf:
„So wollte ich das nie.“
Viele Menschen empfinden Trennung als Scheitern.
Als Rückschritt.
Als Beweis, dass sie etwas falsch gemacht haben.
Dabei ist Trennung oft das Gegenteil.
Trennung ist manchmal der erste wirklich gute Schritt 🚪
Trennung kann sein:
- ein Sicherheitsnetz
- eine Pause für überlastete Nervensysteme
- ein Rahmen, in dem überhaupt wieder Lernen möglich wird
Nicht als Dauerlösung.
Aber als Stabilisator.
Mini-To-do 🔧
Wenn deine Katzen getrennt leben, ersetze innerlich den Satz:
„Wir müssen da dringend wieder raus.“
durch:
„Das ist gerade der Rahmen, der uns Luft verschafft.“
Das nimmt Druck.
Und Druck ist der schlechteste Berater in Konflikten.
Das Zermürbendste ist nicht der Streit selbst
Sondern dieses permanente Grübeln:
- Greife ich zu früh ein?
- Greife ich zu spät ein?
- Verstärke ich gerade etwas?
- Mache ich es schlimmer?
Dieses ständige Nicht-Wissen.
Und genau hier beginnt echte Veränderung –
nicht mit einem Tipp,
sondern mit Verstehen.
Wenn du weißt,
- warum deine Katzen so handeln
- wann Eingreifen hilft
- wann Nicht-Eingreifen klüger ist
dann musst du nicht mehr raten.
Was sich dadurch im Alltag verändert 🌿
Nicht alles wird ruhig.
Nicht alles wird perfekt.
Aber:
🐾 du springst nicht mehr bei jedem Geräusch auf
🐾 du kannst Situationen einordnen
🐾 du wirst sicherer in deinem Handeln
🐾 deine Katzen bekommen klarere, ruhigere Rahmen
🐾 Spannung baut sich schneller wieder ab
Und vor allem:
Du bist nicht mehr permanent im Alarmmodus.
Wenn du bis hier gelesen hast und denkst:
„Okay. Das fühlt sich gerade sehr bekannt an.“
Dann bist du nicht allein.
Und du bist auch nicht „zu empfindlich“.
Du hast einfach gelernt,
immer auf alles vorbereitet zu sein.
Die gute Nachricht:
Das lässt sich verändern.
Nicht über Nacht.
Aber Schritt für Schritt.
Mit Klarheit.
Und mit weniger innerem Dauerlauf.
Wenn du magst,
können wir von hier aus weitergehen.
Oder du nimmst dir einfach nur eines der Mini-To-dos mit
und beobachtest.
Beides ist völlig okay. 🐾




